Stable ground #1 (fugitive and a vagabond), 2024

Beton, Kaktusdornen, Sand
80 × 240 × 5 cm

(Fotos aus der Gruppenausstellung „Restless Saltations“, 2024–25, in der Inselgalerie, Berlin, mit Arbeiten von Ginan Seidl, Andrea Zaumseil und Michal Fuchs.)

Foto: Nikolaus Brade

Die Bedeutung des hebräischen Textes aus Kaktusdornen in der Arbeit – „נע ונד“ (na wa-nad) – verweist auf zwei unterschiedliche Quellen.

Die erste stammt aus der biblischen Erzählung über die Strafe, die Kain von Gott erhielt, nachdem er seinen Bruder Abel getötet hatte (Genesis 4,14). Kain wird dazu verurteilt, als Heimatloser und Umherirrender auf der Erde zu leben.

Gleichzeitig bezieht sich der Text auf den Fluch, den Jesus der antisemitischen Legende vom „Ewigen Juden“ zufolge über Ahasver ausgesprochen haben soll.

Diese Legende erzählt von einem Mann unbekannter Herkunft, der Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung verspottete und deshalb dazu verurteilt wurde, bis zur Wiederkunft Christi rastlos über die Erde zu wandern. In der erstmals 1602 gedruckten Fassung wird Ahasver als Schuhmacher in Jerusalem zur Zeit Christi beschrieben. Er betrachtete Jesus als „Ketzer und Verführer“ und unterstützte dessen Verurteilung und Hinrichtung. Als Jesus das Kreuz zur Hinrichtungsstätte trug, verweigerte Ahasver ihm der Legende nach eine Rast vor seinem Haus. Daraufhin soll Jesus zu ihm gesagt haben: „Ich werde stehen und ruhen, du aber sollst gehen.“

 

Foto: Michal Fuchs

Fotos: Nikolaus Brade

Photos: Michal Fuchs